Hinrundenrückblick 2017/18 | Teil 2: Platz 1 bis 9

Zuletzt haben wir an dieser Stelle auf die Hinrunden derjenigen Mannschaften zurückgeblickt, die zur Winterpause die Plätze 10 bis 18 belegen. Heute begeben wir uns in die obere Tabellenhälfte, wo es ebenso zahlreiche interessante Fakten und Überraschungen gegeben hat. Doch warum lange um den heißen Brei herumreden? Hier kommen die Plätze 1 bis 9!

Platz 1: Bayern München (41 Punkte, 37:11 Tore)

Keine Überraschung an der Tabellenspitze, Herbstmeister ist mal wieder der Rekordmeister aus München, und das mit 11 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten. Allerdings soll hier auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Bayern letztmals in der Saison 2011/12 so „wenige“ Punkte nach der Hinrunde verbuchen konnten. Damals waren es sogar nur 37. In den Spielzeiten von 2012/13 bis 2016/17 mussten die Münchner auch maximal nur eine Niederlage in der Hinrunde hinnehmen, dieses Jahr hingegen schon 2. Zudem läuft es in der Offensive nicht ganz so rund wie sonst: letztmals hatten die Bayern 2010/11 so wenige Tore nach der Hinrunde erzielt. Natürlich ist das aber Jammern auf ganz, ganz hohem Niveau. Bei jetzt schon 11 Punkten Vorsprung auf Rang 2 und der zurückgewonnenen Stabilität unter Jupp Heynckes ist den Bayern auch dieses Jahr die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen.

Platz 2: FC Schalke 04 (30 Punkte, 28:21 Tore)

Die Knappen spielen ihre erfolgreichste Hinrunde seit 6 Jahren und haben so wenige Niederlagen hinnehmen müssen wie zuletzt in der Hinrunde 2009/10. Das war auch die letzte Saison, in der Schalke Vize-Herbstmeister war. Alle 3 Niederlagen im aktuellen Jahr kassierten die Schalker bereits in den ersten 6 Spieltagen. Das heißt im Umkehrschluss: Die Königsblauen sind seit 11 Bundesligapartien ungeschlagen und auch im Pokal läuft es rund. Im letzten Pflichtspiel des Jahres konnte man den Einzug ins Viertelfinale eintüten. Ausruhen darf man sich auf dem Erfolg aber nicht, möchte man nächste Saison international vertreten sein. Der Abstand zwischen Platz 2 und 6 beträgt gerade einmal 2 magere Pünktchen.

Platz 3: Borussia Dortmund (28 Punkte, 39:24 Tore)

Was für eine Achterbahnfahrt diese Hinrunde für Borussia Dortmund war! Nach 6 Siegen aus den ersten 7 Spielen war man souveräner Tabellenführer und hatte schon 5 (!) Punkte Vorsprung auf die Bayern. Was jedoch folgte, waren 8 Spiele, in denen man keinen einzigen Sieg und gerade mal 3 weitere Punkte holen konnten. (Eine so lange Durststrecke machten die Schwarz-gelben zuletzt in der Saison 1999/2000 durch). In diesen 8 Begegnungen kassierte man übrigens 21 der insgesamt 24 Gegentore. 4 davon in Hannover und weitere 4 beim unglaublichen Derby gegen Schalke, in dem man bereits 4:0 in Führung lag. Nach dieser Sieglos-Serie musste Peter Bosz gehen, Peter Stöger kam. Da unter dem neuen Coach die ersten beiden Spiele in Mainz und gegen Hoffenheim gewonnen werden konnten, steht am Ende dieser turbulenten Hinserie dennoch ein dritter Platz mit Platz 2 in Schlagdistanz.

Platz 4: Bayer Leverkusen (28 Punkte, 34:23 Tore)

Nach der enttäuschenden Vorsaison hat sich die Werkself wieder lautstark zurückgemeldet. Der Start unter dem neuen Trainer Heiko Herrlich verlief aber zunächst sehr schleppend. Nach 3 Spielen hatten die Leverkusener gerade mal einen einzigen Punkt auf dem Konto und schon 8 Gegentore kassiert. Im Heimspiel gegen Freiburg am 4. Spieltag zündete Bayer aber den Turbo, gewann mit 4:0 und spielte fortan deutlich erfolgreicher. Als einzige Mannschaft haben die Rheinländer keines der letzten 12 Spiele der Hinrunde verloren (6 Siege, 6 Unentschieden). Außerdem musste man noch keine einzige Heimniederlage einstecken – das können sonst nur die Bayern von sich behaupten. Dieser Erfolg ist wohl in erster Linie auf die gefährliche Offensive um Leon Bailey und Kevin Volland zurückzuführen. Nur Bayern und der BVB haben mehr Tore erzielt. Letztmals hatte Bayer vor 7 Jahren so viele Tore in der Hinrunde erzielt, am Ende wurde man Vizemeister. Dass Leverkusen die Mannschaft der Stunde ist, haben sie auch im Pokal unter Beweis gestellt, gewannen in Gladbach und gehören somit zu den letzten Acht im Wettbewerb.

Platz 5: RB Leipzig (28 Punkte, 27:25 Tore)

Die Bundesliga-Historie von RB Leipzig für irgendwelche Vergleiche heranzuziehen, gestaltet sich als schwierig. Schließlich spielen die Sachsen gerade erst ihre zweite Saison in der Bundesliga überhaupt. Fakt ist aber: Letztes Jahr hatte RB nach 17 Spielen schon satte 39 Punkte auf dem Konto (11 mehr als aktuell) und war einfach in allen Belangen erfolgreicher (Punkte, Siege, Tore, Gegentore …). Eine der 5 bisherigen Niederlagen in der aktuellen Hinrunde, das 0:4 bei Hoffenheim, war zudem die höchste Bundesliga-Niederlage des Vereins überhaupt. Da stellt sich natürlich die Frage, inwieweit die Doppelbelastung durch die Champions League (ab 2018 dann Europa League) dafüe verantwortlich ist. Vor diesem Hintergrund und dafür, dass es erst das zweite Jahr von RB in der Bundesliga ist, sind die 28 Punkte in der Hinrunde 2017/18 auf jeden Fall aller Ehren wert.

Platz 6: Bor. Mönchengladbach (28 Punkte, 27:28 Tore)

Bei Gladbach muss ich zu allererst an meine diversen Tippspiele denken, an denen ich teilnehme. Da war die Borussia für mich oft die reinste Wundertüte und unmöglich zu tippen. Beziehungsweise: es fehlt einfach die Konstanz und die festen Größen, auf die man sich verlassen kann. Beispiele gefällig? Erst schlägt man zu Hause Stuttgart, um eine Woche später mit 1:6 in Dortmund unterzugehen. Man gewinnt in Bremen und bekommt eine Woche später beim 1:5 im eigenen Stadion gegen Leverkusen so richtig einen auf den Deckel. Danach gewinnt man aber wieder mit 3:1 in Sinsheim gegen 1899. Man gewinnt in Berlin und direkt danach sogar gegen die Bayern, um im nächsten Spiel mit 0:3 aus Wolfsburg nach Hause geschickt zu werden. Immerhin war man vom 10. bis 13. Spieltag mal für 4 Spiele ungeschlagen. Das einzige, was Gladbach in dieser Bundesliga-Saison eine konsequent durchgezogen wird, ist die Inkonsequenz der Elf vom Niederrhein.

Platz 7: TSG Hoffenheim (26 Punkte, 27:22 Tore)

Wie Leipzig hat auch die TSG in dieser Saison erstmals international gespielt und konnte deshalb die sehr gute Hinrunde der Vorsaison nicht ganz bestätigen. Immerhin: Zuhause ist man eine Bank und konnte schon 18 Punkte in der eigenen Arena für sich verbuchen. Hier schlug das Team von Julian Nagelsmann unter anderem die Bayern, Schalke und Leipzig. Nur der Rekordmeister aus München hat im eigenen Stadion noch mehr Punkte gesammelt als 1899. Auswärts hingegen fuhr Hoffenheim erst 2 Siege ein (bei den Kellerkindern aus Mainz und Köln).

Platz 8: Eintracht Frankfurt (26 Punkte, 20:18 Tore)

Frankfurt spielt eine ordentliche Hinrunde und zeigt, wie manch andere Mannschaften der Liga, zwei Gesichter. Doch bei der Eintracht stellt sich das Ganze etwas anders dar, denn: Man holte auswärts deutlich mehr Punkte als zuhause (18 im Vergleich zu 8). In der Auswärtstabelle steht man auf Rang 2, in der Heimtabelle auf 16. Hinzu kommt noch eine andere Besonderheit, oder zumindest Auffälligkeit bei den Hessen. Oft fallen in spielen der Eintracht nämlich späte Tore. „Oft“ heißt in diesem Fall: In 9 der 17 Spiele der Eintracht fiel mindestens ein Tor in der letzten Viertelstunde der Partie. Schon 5 Tore fielen dabei in der 90. Minute bzw. der Nachspielzeit. Dazu passt auch, dass kein einziges Spiel der Frankfurter mit mehr als einem Tor Unterschied gewonnen bzw. verloren wurde. Für Spannung bis zuletzt ist in dieser Saison bei Frankfurt also bestens gesorgt.

Platz 9: FC Augsburg (24 Punkte, 27:23 Tore)

Der FC Augsburg spielt mittlerweile seine 7. Saison in der Bundesliga. Nicht wenige hatten den FCA vor dieser Spielzeit dennoch als Abstiegskandidaten auf dem Zettel. Aber im Laufe der Hinrunde belehrten die Fuggerstädter die Kritiker eines Besseren: Nach 6 Spielen hatten man schon 11 Punkte auf dem Konto und grüßte von Platz 5. Augsburg konnte auch dank einer starken Offensivabteilung den Abstand zu der Abstiegszone stets groß halten. Ab dem 3. Spieltag war man nie schlechter als Rang 10. Das Team hat schon 27 Tore erzielt, so viele wie noch nie in einer Bundesliga-Hinrunde, was in erster Linie den beiden Topscorern Finnbogasson und Gregoritsch zu verdanken ist. Nur ein gewisser Herr Lewandowski aus München sowie ein Herr Aubameyang aus Dortmund haben schon mehr Scorerpunkte auf ihrer Liste. Wenn diese beiden auch in der Rückrunde so gut funktionieren, kann der FCA schon mal für die 8. Saison in der Bundesliga planen.

Und das war er, der Rückblick auf die Hinrunde der Saison 2017/18! Ich hoffe, ihr seid mit der Leistung eures Teams zufrieden und habt eine entspannte Winterpause. Lasst mich wissen, was ihr von dem Beitrag haltet und teilt diesen gerne mit euren Freunden über Facebook etc. Kommt gut ins neue Jahr!

P.S. Die Rückrunde startet am Freitag, den 12. Januar mit der Partie zwischen Bayer Leverkusen und Bayern München, den beiden besten Mannschaften der Rückrunde! Zumindest dann, wenn man den ersten Spieltag rausrechnet 😉

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.