Hin- vs. Rückrunde: die größten Comebacks

In unserem letzten Artikel haben wir uns angesehen, wie tief der Absturz nach einer gelungenen Hinrunde sein kann. Heute drehen wir den Spieß um und widmen uns den größten Comebacks! Genauer gesagt heißt das: Wir werfen einen Blick darauf, welche Mannschaften sich nach Punkten im Anschluss an eine oftmals eher mittelmäßige Hinrunde am eindrucksvollsten zurückgemeldet haben. Der VfB Stuttgart taucht in diesem Ranking sogar gleich zweimal auf. Ausschlaggebend für die Reihenfolge war die Differenz der gesammelten Punkte in der Hinrunde im Vergleich zur Ausbeute der Rückrunde. Legen wir los!

Platz 5: VfB Stuttgart in der Saison 2010/11

Schlecht sah es aus für den VfB im Winter des Jahres 2010. Am Ende der Hinrunde der Saison 2010/11 hatte man gerade mal 12 Punkte gesammelt und überwinterte damit auf Rang 17 der Tabelle. Das Kuriose daran: Die Schwaben hatten schon satte 32 Tore erzielt, nur der BVB und Bayer Leverkusen hatten zu diesem Zeitpunkt öfter getroffen. Mit 35 Gegentoren nach 17 Spielen stellte man allerdings auch die zweitschlechteste Defensive der Liga. Gleich zwei Trainer (Christian Gross und Jens Keller) wurden in der Hinrunde beurlaubt, ehe Bruno Labbadia das Zepter übernahm. Die Rückrunde startete dann auch gleich erfolgreich mit einem 1:0 gegen den Vize-Herbstmeister Mainz 05 (das muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen ^^). Und es sollten weitere Siege folgen. Man holte 30 Punkte in der zweiten Saisonhälfte (18 mehr als in der Hinrunde) und belegte Platz 4 der Rückrundentabelle. Am Ende stand ein gefestigter 12. Platz mit 6 Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang. Die besten Torschützen des VfB hießen in dieser Saison übrigens Martin Harnik und Zdravko Kuzmanovic.

Platz 2-4: Hamburger SV in der Saison 2006/07

Ähnlich wie dem VfB (siehe oben) erging es dem Hamburger SV in der Saison 2006/07: Am Ende der Hinrunde stand man auf Rang 17 und hatte gerade mal 13 Punkte gesammelt; ein einziger Sieg stand zubuche. Trainer war zu der Zeit Thomas Doll. Am Anfang der Rückrunde holte man Huub Stevens, was sich als gute Entscheidung erwies: Der HSV spielte in der Rückrunde stark auf, sammelte 32 Punkte (19 mehr als in der Hinrunde) und belegte Rang 2 in der Tabelle der letzten Halbserie. Im Gesamtranking stand man schlussendlich auf einem komfortablen 7. Platz und hatte da mit dem Abstieg schon eine Weile nichts mehr zu tun. Für den HSV auf dem Feld standen in dieser Saison übrigens Spieler wie Rafael van der Vaart, David Jarolim oder der Kameruner Timothée Atouba.

Platz 2-4: Borussia Dortmund in der Saison 2004/05

Die Saison 2004/05 startete für den BVB so gar nicht, wie sich das die Verantwortlichen vorgestellt hatten: Am Ende der Hinrunde stand man mit nur 18 Punkten auf Platz 14 und hatte erst 17 Tore erzielt (nur Hansa Rostock und der SC Freiburg hatten zu diesem Zeitpunkt seltener getroffen). Man hielt aber an Trainer Bert van Marwijk fest, was sich als richtige Entscheidung herausstellen sollte: In der Rückrunde legte man los wie die Feuerwehr und verlor nur 2 der 17 Rückrundenpartien. In diesen letzten 17 Spielen sammelte man 37 Punkte (19 mehr als in der Hinrunde) und belegte Platz 2 in der Rückrundentabelle. Am Ende sprang Platz 7 im Gesamtranking heraus, die Qualifikation für den UEFA-Cup wurde nur knapp verpasst. Spieler wie Christian Wörns, Dede, Lars Ricken und Jan Koller waren in dieser Saison wichtige Stützen der Dortmunder Mannschaft.

Platz 2-4: Eintracht Frankfurt in der Saison 1999/2000

Jetzt kommen wir zu einer Mannschaft, die wir auch schon in unserem Artikel zu den größten Einbrüchen nach der Hinrunde auf dem Zettel hatten und gehen dafür nach Hessen. Manch einer hatte die Frankfurter Eintracht nach der ersten Hälfte der Saison 1999/2000 bestimmt schon abgeschrieben. Schließlich hatten die Hessen in der Hinrunde auch gerademal 11 Punkte gesammelt, man war 17ter und hatte schon 8 Punkte Rückstand auf Rang 15. (Da stand damals übrigens der SSV Ulm). Felix Magath blieb trotzdem im Amt und konnte die Mannschaft nach der Jahrtausendwende auch zurück in die Erfolgsspur führen. Starke 30 Zähler kamen in der Rückrunde auf das Punktekonto der Frankfurter hinzu (19 mehr als in den ersten 17 Spielen). Das schlug sich auch in der Rückrundentabelle nieder, in der man hinter Bayer Leverkusen und den Münchner Bayern Rang 3 belegte. Man beendete die Saison auf Platz 11, bei 6 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge. Damals übrigens noch für die Hessen am Ball: Uwe Bindewald, der Chinese Chen Yang und ein gewisser Horst Heldt.

Platz 1: VfB Stuttgart in der Saison 2009/10

Das größte punktemäßige Comeback nach einer Hinrunde in der Geschichte der Bundesliga liegt noch keine 10 Jahre zurück und betrifft eine Mannschaft, der wir in diesem Artikel schon einmal begegnet sind. Scheinbar ist man in Stuttgart spezialisiert auf große Leistungssteigerungen. So auch in der Saison 2009/10, als man in der Hinrunde nur 16 Punkte sammeln konnte und auf Platz 15 der Tabelle überwinterte. Der Schweizer Christian Gross löste Markus Babbel als Trainer der Schwaben ab und plötzlich lief es wie am Schnürchen: Keine Mannschaft konnte dem VfB in der Rückrunde das Wasser reichen. Man holte überragende 39 Punkte (23 mehr als in der Hinrunde), selbst die Bayern ergatterten in den letzten 17 Spielen der Saison 2 Punkte weniger als die Stuttgarter. Letztendlich schossen beispielsweise Cacau oder Ciprian Marica den VfB noch auf Rang 6 und somit in die Europa League.

Liebe Kölner, Hamburger, Bremer oder Mainzer, ihr seht: nach einer eher bescheidenen Hinrunde kann doch noch einiges gehen. Die 23 Punkte, die der VfB in einer Rückrunde mehr holen konnte als in der Hinrunde, sind aber natürlich die Ausnahme und bislang der absolute Topwert in diesem Bereich. Ich finde es zudem bemerkenswert, dass hier immerhin in 2 von 5 genannten Fällen kein Trainerwechsel ausschlaggebend für den Umschwung war. Es bleibt abzuwarten, ob sich in der aktuellen Saison eine Mannschaft in dieses Ranking der größten Comebacks spielen kann. Die ersten Spiele des 1. FC Köln in der Rückrunde würden diesen Rückschluss ein Stück weit zu lassen, auch wenn hier nach 2 Siegen auch wieder 2 Spiele ohne dreifachen Punktgewinn kamen. Für den VfB wäre alles andere als die Qualifikation für das internationale Geschäft natürlich eine Enttäuschung 😛

Wem traut ihr in dieser Saison noch ein entsprechendes Comeback zu? Ich freue mich über eure Kommentare und Anregungen hier oder auf meiner Facebook-Seite.

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2 Gedanken zu “Hin- vs. Rückrunde: die größten Comebacks

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