Hinrundenrückblick 2018/19 | Teil 1: Platz 10 bis 18

Weihnachten ist schon wieder rum und die Bundesliga hat Winterpause. Zeit, ein Fazit zu ziehen und sich nochmal vor Augen zu führen, was in der Hinrunde der Saison 2018/19 so alles passiert ist. Eine Besonderheit sticht sofort ins Auge: Erstmals seit Ende 2010 heißt der Herbstmeister nicht Bayern München. Im ersten Teil meines Rückblicks befasse ich mich aber zunächst mit den 9 Teams aus der unteren Tabellenhälfte, von Werder Bremen bis zum 1. FC Nürnberg. Und noch ein kleiner Tipp: Wenn ihr wissen wollt, wie es beim Vizemeister aus der Vorsaison so läuft, seid ihr hier auch schon genau richtig …

Platz 10: Werder Bremen (22 Punkte, 28:29 Tore)

Manche waren durchaus überrascht, als vor der Saison Bremer Stimmen laut wurden, die vom internationalen Wettbewerb sprachen. Und es sah in der Hinrunde eine Weile tatsächlich danach aus, als ob diese Stimmen Recht behalten sollten: Nach dem 8. Spieltag freute man sich an der Weser über einen starken 3. Platz nach 5 Siegen und erst einer einzigen Niederlage. Vor allem auswärts konnte man starke Ergebnisse erzielen, gewann in Frankfurt, Augsburg und auf Schalke. Plötzlich wendete sich aber das Blatt, eingeleitet durch das 2:6 im eigenen Stadion gegen Bayer Leverkusen. Diese Partie mit eingeschlossen, konnte man in den letzten 9 Begegnungen der Hinrunde nur einen einzigen Dreier bejubeln und 2 Unentschieden verbuchen. Nur der Tabellenletzte aus Nürnberg holte in diesem Zeitraum noch weniger Punkte. Stark angefangen – stark nachgelassen, so landet man zur Saisonhalbzeit auf Rang 10. Punkt.

Platz 11: SC Freiburg (21 Punkte, 21:25 Tore)

Die große Konstante in der Freiburger Hinrunde war ihre Inkonstanz. Zumindest, was die Ergebnisse anbelangt. Anfangs sorgte man sich ein wenig um die Breisgauer, da aus den ersten 3 Spielen nur ein Punkt heraussprang. Das Team fing sich aber, ließ 2 Siege hintereinander (in Wolfsburg und gegen Schalke) folgen und fand sich daraufhin in einem stetigen Auf und Ab wieder. Kein Wunder, die meisten Freiburger Spiele sind eher eng. Dafür sprechen auch 6 Unentschieden in 17 Spielen. Nur Hoffenheim hat noch eins mehr. Auch die Ergebnisse der englischen Woche vor Weihnachten sagen einiges über die wechselhafte Saison der Freiburger aus: Man spielte gegen 3 direkte Konkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte und verlor einmal (Düsseldorf), spielte einmal unentschieden (Hannover) und gewann einmal (Nürnberg). Wenn die Schwarzwälder auch in der Rückrunde immer wieder mal einen Sieg einstreuen können, muss man mit dem ärgsten Abstiegskampf wohl nicht unbedingt etwas zu tun haben.

Platz 12: FSV Mainz 05 (21 Punkte, 17:22 Tore)

Vieles ist in diesem Jahr anders in Mainz, als es in den letzten Jahren der Fall war. Und damit meine ich nicht die vielen Neuzugänge, die mehr oder weniger auf Anhieb den Sprung in die Startelf der Rheinhessen geschafft haben. Vielmehr machten die 05er bislang durch eine sehr solide Defensive auf sich aufmerksam. Lediglich die Top 4 aus der Tabelle kassierten noch weniger Gegentore als Mainz (22). Dafür klingelte es aber auch seltener vorne: Nach dem 7. Spieltag hatte man ein regelrecht mickriges Torverhältnis von 4:4! Zum Vergleich: Beim BVB stand zum selben Zeitpunkt ein 23:8 zubuche. Und noch etwas ist dieses Jahr anders: Der FSV hat schon 2 Auswärtssiege feiern können. Das sind so viele wie in der gesamten letzten Saison; in der Hinrunde der vorigen Spielzeit gab es davon sogar keinen einzigen. Vielleicht tragen diese Veränderungen ja dazu bei, dass man in Mainz dieses Mal nicht bis zum Ende der Saison um den Klassenerhalt bangen muss. Auch das gab es nun schon länger nicht mehr.

Platz 13: FC Schalke 04 (18 Punkte, 20:24 Tore)

Man muss sich fast schon verwundert die Augen reiben, wenn man in diesen Zeiten von Schalke als „Vizemeister“ spricht. Doch es ist wahr: Der Tabellenzweite der Vorsaison spielt in Bezug auf die eigenen Ansprüche eine Seuchensaison, hat nun nach 17 Spielen genauso viele Punkte auf dem Konto wie Aufsteiger Düsseldorf. Den Start setzte man komplett in den Sand und stand nach 5 Spielen immer noch ohne einen einzigen Punkt da. Vor allem im eigenen Stadion stimmen die Ergebnisse nicht: Bislang hat keine Mannschaft in dieser Spielzeit mehr Heimniederlagen kassiert als die Königsblauen (5). Immerhin gab es am 17. Spieltag noch einen wichtigen Dreier beim direkten Konkurrenten aus Stuttgart. Wäre diese Partie anders ausgegangen, stünde Schalke noch weiter unten in der Tabelle. Wenn man auch nächstes Jahr international dabei sein möchte, sollte man sich sputen. Der Rückstand auf Eintracht Frankfurt auf Rang 6 beträgt immerhin schon 9 Punkte. Oder sollte man sich eher über die 4 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz Gedanken machen?

Platz 14: Fortuna Düsseldorf (18 Punkte, 19:33 Tore)

Naturgemäß zählten die Experten und alle, die sich als solche bezeichnen, den Aufsteiger aus Düsseldorf zu den größten Abstiegskandidaten in dieser Saison. Und nach einem respektablem Start mit 5 Punkten und nur einer Niederlage aus den ersten 4 Spielen sah es auch tatsächlich so aus, als würde der Trend der Fortuna steil nach unten zeigen. In den 10 Spielen vom 5. bis zum 14. Spieltag hagelte es ganze 8 Niederlagen. Zum Endspurt der Hinrunde schafften die Rheinländer dann aber etwas, das selbst die größten Optimisten in den eigenen Reihen wohl kaum für möglich gehalten hatten: Unterm Weihnachtsbaum lagen nochmal 9 Punkte aus 3 Spielen. Man schlug die direkten Konkurrenten aus Freiburg und Hannover (erster Auswärtssieg) und fügte zu Hause sogar dem Herbstmeister Dortmund sensationell seine erste Saisonniederlage zu. Überhaupt ist die Düsseldorfer Heimbilanz dahingehend bemerkenswert, dass man mit 4 Siegen genauso viele auf der Habenseite hat wie etwa der FC Bayern oder Eintracht Frankfurt.

Platz 15: FC Augsburg (15 Punkte, 25:29 Tore)

Vor einem Jahr hat es wohl deutlich mehr Spaß gemacht, Fan des FC Augsburg zu sein. Schließlich hatte man nach der Hinrunde der vergangenen Saison schon 24 Punkte gesammelt, 9 mehr als aktuell. Der Grund dafür ist anscheinend schnell ausgemacht: der FCA gewinnt keine Heimspiele. Oder genauer gesagt: fast keine. Von den 8 Hinrunden-Partien im eigenen Stadion konnten die bayerischen Schwaben nur ein einziges gewinnen (4:1 gegen Freiburg). Jede andere Mannschaft hat zumindest 2 Heimsiege bejubeln können. Aber selbst diese Bilanz weisen nur die beiden Kellerkinder aus Nürnberg und Hannover auf. In der Auswärtstabelle steht man zwar auf einem soliden 11. Platz, wird aber nicht bald in regelmäßigen Abständen im eigenen Stadion gepunktet, könnte das in Augsburg noch zu einer ganz ungemütlichen Saison werden.

Platz 16: VfB Stuttgart (14 Punkte, 12:35 Tore)

Der VfB Stuttgart ist fast schon bekannt dafür, sich nach einer verkorksten Rückrunde bärenstark aus der Winterpause zurückzumelden. Es bleibt allen zu hoffen, die es mit dem VfB halten, dass das auch in dieser Saison wieder mal der Fall ist. Wirft man einen Blick auf das Torverhältnis der Schwaben, wird schnell deutlich, wo der Schuh drückt: eigentlich überall. Nur 12 Tore auf der Habenseite sind ein Armutszeugnis und der schlechteste Wert der gesamten Liga, selbst der Tabellenvorletzte Hannover hat schon 5 Tore mehr erzielt. Hinten sieht es nicht viel besser aus: Lediglich das Schlusslicht Nürnberg hat noch mehr Gegentore kassiert als der VfB. Vor allem auf fremdem Platz tut sich der Meister von 2007 schwer: Nur einem Sieg und einem Unentschieden stehen schon jetzt 7 Niederlagen gegenüber. Als Resultat überwintert man auf dem Relegationsplatz. Noch haben alle Verantwortlichen ja aber 17 Spiele Zeit, um daran zu arbeiten. Es wäre, wie gesagt, nicht das erste Mal, dass der VfB Stuttgart in der Rückserie für Aufsehen sorgt.

Platz 17: Hannover 96 (11 Punkte, 17:35 Tore)

Bei Hannover fange ich direkt mal mit 2 Vergleichen an, die in meinen Augen sehr gut verdeutlichen, wie wenig in dieser Saison bislang bei den „Roten“ zusammenläuft: 1.) Nach der Hinrunde der Vorsaison hatte Hannover als Aufsteiger mehr als doppelt so viele Punkte auf dem Konto wie im Moment (nämlich 23). Und 2.) Seit Einführung der 3-Punkte-Regel zur Saison 1995/96 hatte Hannover noch nie so wenige Punkte wie aktuell.  Gerade mal 2 Siege stehen bislang zubuche, zu Hause konnte man immerhin Stuttgart und Wolfsburg schlagen. Trotzdem sammelte keine andere Mannschaft im eigenen Stadion weniger Punkte als Hannover. Auswärts reichte es nur zu 4 Unentschieden, die anderen 5 Gastspiele gingen verloren. Aus den letzten 6 Spielen sprangen nur 2 Pünktchen heraus … in Hannover wird man sich über die nun angebrochene Winterpause wohl nicht beschweren …

Platz 18: 1. FC Nürnberg (11 Punkte, 14:38 Tore)

Eine Weile sah es in dieser Saison danach aus, als ob Nürnberg im Vergleich zu Düsseldorf der stärkere Aufsteiger sei. Nach 6 Spielen standen brav verteilt 2 Siege (beide im eigenen Stadion), 2 Unentschieden und 2 Niederlagen auf der Habenseite. Für einen Aufsteiger total solide. Doch ihr ahnt es vielleicht schon: Danach muss irgendetwas passiert sein. Oder auch nicht: Zumindest die Anzahl der Siege hat sich seitdem nicht mehr verändert. Auch nach dem 17. Spieltag hat Nürnberg immer noch nur 2 Siege auf dem Konto. Aus den letzten 11 Spielen der Hinrunde holte der Club nur noch magere 3 Pünktchen (durch 3 Unentschieden), es hagelte 8 weitere Niederlagen. Solange wartet aktuell kein anderes Team der Liga auf einen Sieg. 4 dieser Niederlagen stammen aus den letzen 4 Begegnungen vor der Winterpause. Zudem stellen die Franken mit 38 Gegentoren die Schießbude der Liga, unter anderem gab es 7 Gegentore in Dortmund, 6 in Leipzig und 5 bei den Schalkern, die in dieser Saison nun wahrlich nicht das Königsblaue vom Himmel spielen. Wenn der Club diese Flut von Gegentoren nicht abstellen kann und nicht bald mal wieder Spiele gewinnt (vielleicht sogar mal auswärts), werden wieder die alten Sprüche über die „Fahrstuhlmannschaft“ ausgepackt werden – und zwar nicht ganz zu Unrecht.

Das war er, der erste Teil meines Rückblicks auf die Bundesliga-Hinrunde 2018/19. Was hat euch überrascht, im positiven wie im negativen Sinne? Seid ihr mit dem Ergebnis eurer Mannschaft zufrieden? Kommentiert, liket und teilt diesen Beitrag sehr gerne (auch über Facebook). Ich freue mich auf den Austausch mit euch!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.